Zurück Strukturwandel im Brombachtal Weiter

Heute ein Tophotel: Enderndorf am See ist ein Beispiel für die Umstrukturierung in den Dörfern.

Wo früher Äcker, Wiesen und Hopfengärten waren, steht heute das Ferien- und Tagungshotel »Zur Hopfenkönigin«. Der Tourismus hat die Struktur der Dörfer im Fränkischen Seenland verändert, und zwar positiv.
Für die klein strukturierte Landwirtschaft in Westmittelfranken war das in den siebziger Jahren begonnene und 2000 abgeschlossene Projekt der "Überleitung von Altmühl- und Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet" gleichbedeutend mit dem Verlust von 2200 Hektar Bauernland. Der Altmühlsee (450 Hektar) und der Brombachsee (1270 Hektar) eröffneten aber auch neue Einkommensmöglichkeiten im Freizeitsektor.
1968 hatte es im Altlandkreis Gunzenhausen, dem Kerngebiet des Fränkischen Seenlands, gerade einmal 26 Urlaubsunterkünfte gegeben, heute sprechen die Touristiker von einem »Badeparadies in bäuerlicher Kulturlandschaft«. Etwa 1000 Bauern haben für das 2700 Hektar große Seenprojekt 2200 Hektar Land abgeben müssen, fast doppelt so viele wie beim Bau des Flughafens München. Viele Höfe büßten 20 Prozent ihrer Fläche ein, in Absberg am Brombachsee waren es 45 Prozent und in Ramsberg sogar 70 Prozent. Heute hat Absberg mit 1200 Einwohnern 528 Gästebetten und damit mehr als die Kreisstadt Weißenburg. 68000 Übernachtungen im Seedorf bedeuten bei täglichen Ausgaben von 40 Euro pro Urlauber einen zusätzlichen Umsatz von ca. 2,8 Millionen Euro in der ländlichen Region.
Ein Segen für die Seenlandregion ist die Beratungsstelle. Das einzelbetriebliche Beratungsangebot reicht von Fragen der individuellen Betriebsumstellung über Bau-, Investitions-, Förderungs- und Wirtschaftlichkeitsberatung bis hin zur Gästebetreuung und Fortbildung und Direktvermarktung. Allein in 21 Seminarreihen wurden 600 neue Gästebeherberger geschult. Aber nicht nur Bauern profitieren von der Beratungsstelle, auch Betriebe, die aus der Landwirtschaft ausgestiegen sind, werden unterstüzt.

Wie das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut der Uni München (DWIF) festgestellt hat, bewirkten die 1,2 Millionen Übernachtungen in 9626 Gästebetten und die 460000 Übernachtungen auf den Campingplätzen (mit 2300 Stellplätzen) sowie die 4,6 Millionen Tagesbesucher einen Tourismus-Umsatz von zirka 120 Millionen Euro (25 Millionen brachten die Tagesbesucher ins Land, 51 Prozent die Übernachtungsgäste). 4600 Menschen können aus dem Tourismus ganz oder teilweise ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Olaf Seifert, der Chef des Tourismusverbands Franken, spricht nicht zuletzt vom Seenland als der »Lokomotive« der mittelfränkischen Tourismuswirtschaft. Trotz der Umwandlung von leer stehenden Ställen nd Scheunen, Austrags- und Bauernhäusern oder Hopfenböden in Gästehäuser, Spielscheunen und Freizeitzentren ist nach dem Urteil von Staatsminister Josef Miller der Dorfcharakter überwiegend bewahrt worden. Was er gern hört: Zwei Drittel aller Übernachtungen werden auf Dörfern registriert. 20 Prozent entfallen auf »Urlaub auf dem Bauernhof«.
Aber nicht jeder kann Gäste beherbergen. Deshalb gibt es für Landwirtschaftsfamilien eine Reihe anderer Einkommenschancen (Seeführer für Busgruppen, Fahrradverleih, Kutsch- und Planwagenfahrten, vermehrte Direktvermarktung von bäuerlichen Spezialitäten).

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Verantwortlich für den Inhalt:
Landhotel »Zur Hopfenkönigin«
Enderndorf am See 99 - 91174 Spalt
Tel.: 09175 79790 - Fax: 09175 797979
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